#1 AK MediaLab: Lowkey Broke

Shownotes

In dieser Folge von Lowkey Lonely spricht Hannah Fasching mit Umuş Gül von "Die Chefredaktion" darüber, wie sich finanzieller Stress auf das Leben der Gen Z auswirkt und warum es so wichtig ist, offen über Geld zu sprechen.

Gemeinsam hinterfragen sie auch die bekannte Formel: „Arbeite hart, dann kannst du alles erreichen.“ Denn was, wenn die Voraussetzungen längst nicht für alle gleich sind? Welche Hürden stehen jungen Menschen heute im Weg – und gibt es realistische Chancen auf Veränderung?

Moderation: Hannah Fasching Regie: Ayaan Adan Mohamed Produktionsleitung: Günther Bauer, Wojtek Grzymala, Mirela Jasic Schnitt: Hannah Fasching Grafik: Daniel Scheibner Kamera: Günther Bauer und Wojtek Grzymala Ton: Ayaan Adan Mohamed Soundmix: Wojtek Grzymala Maske: Mirela Jasic Konzept: Hannah Fasching Redaktion: Mirela Jasic, Daisy Kumar, Hannah Fasching Gast: Umuş Gül Jingle: Nastasia Konezny

Links: Zur Faktory: https://faktory.at/ Studie von Klarna: https://tinyurl.com/58nnm92p Der AK-Jugendmonitor: https://tinyurl.com/yc85nuvf Konsumfreie Orte in Österreichs Städten: https://tinyurl.com/42yw2e84 Die Chefredaktion: https://tinyurl.com/529j646z

Transkript anzeigen

00:00:05: Wenn ich mir so ein bisschen akademischeren, autochtoneren Freundeskreis von mir anschaue dann ist es eher so dass sie sagen ey ich bin richtig broke.

00:00:17: Können wir eigentlich noch Freundschaften führen?

00:00:20: Keine Generation war jemals so vernetzt wie wir und gleichzeitig so einsam.

00:00:26: Einsamkeit bedeutet nicht nur allein sein.

00:00:29: Sie ist vielschichtiger leiser versteckter und politischer als wir zugeben wollen.

00:00:35: Wir glauben Eine Welt, die gerechter ist, empathischer?

00:00:40: Gemeinschaftlicher?

00:00:42: Die fängt im Alltag an.

00:00:43: In den Gesprächen, die wir führen und in den Dingen, die Wir sichtbar machen.

00:00:48: Und damit herzlich willkommen bei Loki Lonely.

00:00:53: Mein Name ist Hannah und wir sprechen hier im Podcast Themen an, die unangenehm sein können, die schwer sein können Aber umso wichtiger ist es eben dass wir drüber reden.

00:01:03: Eines dieser Themen und das es heute auch geht Ist das Thema Geld.

00:01:07: Ich bin sehr froh, dass ich das nicht mit mir selbst ausmachen muss, sondern ich habe mir Unterstützung geholt!

00:01:12: Liebe Umusch, danke, dass du heute da bist.

00:01:14: Danke, dass ihr hier seid auf...

00:01:15: Ich muss sagen für mich ein bisschen Fangirl-Moment.

00:01:19: Ja?

00:01:20: Ich liebe die Chefredaktion und bewundere eure Arbeit.

00:01:23: Das

00:01:23: macht mich sehr dankig.

00:01:25: Für alle, die dich nicht kennen stelle dich gerne kurz vor.

00:01:28: Genau, also ich bin die Ohrmursch.

00:01:29: Ich bin Journalistin bei der Chefredaktion einem jungen Genzi-Medium das besonders über migrantische Personen spricht und auch zu Wort kommen lässt bzw.

00:01:41: so zum Beispiel über Straßenumfragen, über verschiedene Formate, die wir haben wie seit noch null.

00:01:48: Und da bin ich Redakteurin.

00:01:50: Danke dir!

00:01:52: Geld.

00:01:53: Wir haben uns wirklich kein leichtes Thema ausgesucht, aber wie ich schon gesagt habe es ist einfach wichtig dass man's anspricht.

00:01:58: Ich hab das Gefühl die Genzi unserer Generation ist grundsätzlich sehr offen.

00:02:03: Ich finde wir reden eigentlich über mentale Krisen irgendwie Dating Fails alles Dinge über die man früher nicht so gesprochen hat.

00:02:10: Aber ich find beim Thema Geld hört irgendwie so diese Offenheit nach wie vor ein bisschen auf.

00:02:16: Warum denkst du is das Thema Geld Auch im Jahr zwanzig, sechsundzwanzig immer noch so das letzte Geheimnis.

00:02:24: Also von dem was ich mitbekommen habe und was auch Auswertungen zeigen ist ja die Genzi eigentlich die Generationen, die am stärksten ein Gefühl von Scham hat und so richtig starkes Schamgefühl in so dieses Crunch empfindet worüber wir wie sagen sie allem Crunch ist alles Crunch.

00:02:41: Und ich glaube auch dieses Geld Thema ist etwas das sehr, sehr stark mit Scham behaftet ist bei unserer Generation Und natürlich auch immer war, aber ich glaube durch die sozialen Netzwerke verstärkt sich das einfach.

00:02:54: Das wird auch so durch unsere Straßen umfragen.

00:02:57: klar wie zum Beispiel bei Bruder Sack.

00:02:59: ehrlich wir haben junge Männer, junge migrantische Männer besonders gefragt was für Ängste hast du?

00:03:05: Was für Sorgen hast du in der Zukunft?

00:03:07: und da ist besonders stark rausgekommen dass sie halt auch sehr viele finanzielle Sorgen haben und sie haben Angst nicht gut genug zu sein.

00:03:14: und ich glaube dieses Geld Thema ist einfach extrem stark mit Scham behaft weil wir uns die ganze Zeit mit anderen Personen vergleichen.

00:03:21: Das bedeutet, wir sehen auf TikTok und Instagram auf unseren Feed werden uns die ganzen Zeit Leute ausgespült, die besser aussehen als wir, sie besser essen als wir.

00:03:31: Die mehr Sport machen und all das sind Ressourcen, die irgendwie mit Geld zusammenhängen.

00:03:38: Und ich glaube durch diesen durchgehenden Vergleich den wir irgendwie haben entwickelt sich ein viel stärkeres Schamgefühl selbst nicht so optimal sind quasi.

00:03:51: Ja, das macht voll Sinn was du sagst.

00:03:53: Was mir aufgefallen ist es zieht sich irgendwie sogar finde ich bis ins private.

00:03:58: Ich weiß nicht wie es bei dir ist aber kann sagen bei mir persönlich, ich könnte jetzt nicht sagen zum Beispiel was meine Eltern genau verdienen oder ich könnte auch nicht sagen was bei meinen besten Freunden irgendwie am Konto liegt.

00:04:11: Nicht dass sie es mir nicht erzählen würden das glaube ich nicht.

00:04:13: aber irgendwie gibt's habe ich das Gefühl so ein Grundprinzip so ein ungeschriebenes Gesetz nah übers Geld da redet man einfach nicht.

00:04:20: Ich weiß nicht wie du es bei dir redest Du offen über Geld mit Freunde und Familie?

00:04:25: Also mit Freunden und Familie würde ich schon sagen, dass wir ein relativ offenes Verhältnis zu Geld haben.

00:04:31: Und auch über unsere finanziellen Probleme beispielsweise reden.

00:04:37: also ich glaube das ist weniger so.

00:04:38: Ich weiß ganz genau wie viel die Person irgendwie Contra hat sondern ich weiß wieviel Vermögen hat diese Person?

00:04:45: Hat die eine Eigentumswohnung oder nicht?

00:04:46: Also solche Sachen weiß ich schon von meiner Familie und meinen Freundinnen.

00:04:50: Das kommt in Gesprächen raus.

00:04:52: Aber ich hab generell das Gefühl, dass Leute die eigentlich finanziell nicht so gut aufgestellt sind oder nicht ein gutes Sprungbrett haben.

00:05:01: Nicht so viel Vermögen und Kapital haben.

00:05:03: Generell immer so tun als würde es ihnen relativ gut gehen.

00:05:06: Und sie sagen immer so meine Freunde zumindest haben du dir lach mir gehts eh gut.

00:05:10: Das passt alles.

00:05:11: uns geht's gut.

00:05:13: Es ist eine besondere Person mit Migrationsbiografie Die Eltern haben die jetzt Gastarbeiterin zum Beispiel hergekommen sind die von Null auf angefangen haben Eltern, die vielleicht auch geflüchtet sind.

00:05:24: Bis sie akademischeren Autotonerinnen und Freunden des Kreis von mir anschauen dann ist es eher so dass sie sagen ey ich bin richtig broke.

00:05:32: also das ist was sich da in diesem offenen Umgang mit Geld mitbekommen habe obwohl das bei der zweiten Seite natürlich nicht ganz stimmt.

00:05:40: also ich glaube geht weniger darum, wie viel die Person jetzt im Studentinnenjob oder so verdient.

00:05:47: Jetzt besonders bei unserer Generation sondern wie vielleicht der familiäre Background aussieht wo man sich irgendwie fragen sollte okay wie geht es dieser Person finanziell?

00:05:58: Ja ok sehr korea sehr spannende Einblicke wenn du sowas aus deiner Perspektive erzählst.

00:06:05: Ich möchte gleich weitergehen.

00:06:06: Was macht es mit uns, wenn wir jetzt nicht offen darüber reden?

00:06:09: Wir sind eigentlich schon richtig gut ins Gespräch gestartet.

00:06:14: Was passiert jetzt, wenn das Ganze als Tabuthema behandelt wird?

00:06:17: Wir hier bei Loki Lonely wollen quasi Einsamkeit in all ihren Formen ansprechen.

00:06:23: Ich habe ein bisschen recherchiert und so wie ich es herausgefunden habe ist es so... Es kann passieren, dass Leute halt anfangen mit zur Krankheitsausrede.

00:06:32: Das ist irgendwie so.

00:06:33: der erste Schritt.

00:06:34: Sie sagen ich komme nicht mit heute.

00:06:37: Ich bin krank weil sie es nicht zugeben wollen das gerade einfach nicht genug Geld dafür da ist.

00:06:41: und das kann dann führen zu Silent Quitting.

00:06:45: das heißt sozusagen ich ziehe mich schleichend aus einer Freundschaft oder einer anderen sozialen Beziehung die ich für zurück oder heraus weil ich einfach mit dem Lifestyle immer mithalten kann von den andern.

00:06:55: Und natürlich wenn's jetzt in die Extreme geht spricht man von sozialer Isolation, also die Person kapselt sich völlig ab.

00:07:04: Hast du schon mal erlebt dass sich jemand aufgrund von finanziellen Problemen so zurückzieht in irgendeiner von diesen Formen?

00:07:11: Ja auf jeden Fall!

00:07:12: Also da ist aber ein sehr offenes Verhältnis über unseren finanziellem Background Hub.

00:07:20: mit meinen Freundinnen und auch meiner Familie herrscht da immer so ein Mutual Understanding und so ein Verständnis füreinander.

00:07:29: Okay, ich check jetzt das Ende des Monats.

00:07:32: Es wird bei jedem knapp und ich glaube weil wir alle einen relativ ähnlichen Background haben ist es auch leicht über die Sache zu reden.

00:07:40: Ich glaub schwieriger.

00:07:42: Zum Beispiel für Bildungsaufsteigerinnen, Personen die eigentlich aus einer anderen sozialen Klasse kommen damit ihren Freundinnen darüber zu reden dass sie gerade halt nicht so viel Geld haben oder dass sie halt generell bis hier anders aufgestellt sind als diese Person.

00:07:57: aber ich glaube wenn man offen mit seinen Freundinnen seine Familie darüber reden kann kann man auch andere Sachen finden gemeinsam also.

00:08:08: Dann kann man zum Beispiel mal sagen, man trifft sich bei wem zu Hause oder so.

00:08:12: Oder es ist einfach ein Understanding da dass man Ende des Monats nicht gemeinsam in eine Bar geht oder so.

00:08:20: Ich glaube

00:08:20: viele Leute denken oft Es ist meine Schuld quasi ich habe mich irgendwie selbst in diese Situation gebracht.

00:08:26: keine Ahnung ich könnte irgendwie härter arbeiten weniger Geld ausgeben.

00:08:31: also Ja, ich bin einfach selbst schuld dran.

00:08:35: Du arbeitest bei der Chefredaktion, ihr sprecht irgendwie soziale Ungleichheit in allen Formen auch an?

00:08:41: Oder würdest du sagen ist es wirklich individuelles Versagen oder ist es ein systematisches Problem das wir

00:08:48: haben?".

00:08:49: Ja, also eine Sache die mich an dieser ganzen Konversation auch sehr abfakt ist das eben Leute denken.

00:08:55: Es ist etwas Individuelles auch wenn ich mir so mein Freundeskreis anschaue.

00:08:59: wie gesagt es ist stark mit Scham behaftet.

00:09:01: Also Leute denken oh scheiße Ich habe jetzt keinen Job gefunden.

00:09:07: ich such seit drei Monaten ich finde nix ich hab jetzt so und so viele Schulden Und sie sehen einfach nicht bzw in der Theorie wissen dass einige vielleicht sogar dass es sehr stark damit abhängt, wie deine Familie aufgestellt ist.

00:09:22: Wie deine Großeltern und viele Generationen davor aufgestellt waren.

00:09:26: aber in der Praxis dann denkt man trotzdem so.

00:09:29: ich bin die einzige Person, der es gerade so geht und das ist allein meine Schuld weil ich war letzten Monat zu viel feiern Ich habe zuviel Machalatte getrunken, ich weiß nicht Obwohl's ganz stark also ein.

00:09:43: Eine kollektive Erfahrung ist eigentlich und besonders die letzten Jahre haben wir gesehen.

00:09:47: Die Schere zwischen Arm und Reich ist extrem aufgegangen, Wir haben den ersten Billionär.

00:09:52: also es alles irrsinnig teilweise auch nicht nur Demokratie gefährden sondern wenn wir uns ehrlich sind stecken wir mitten in der Scheiße.

00:10:02: Und dann sehe ich trotzdem bei meinen Freundinnen Bekannten Dass sie denken, dass das ein individuelles Versagen ist und es macht mich richtig traurig.

00:10:12: Weil ich finde wir sollten mehr Wut spüren über die derzeitige Lage Und wir sollten uns ein bisschen mehr empören können als alles auf uns selbst zu laden.

00:10:23: Und das ist natürlich wieder ganz, ganz schwierig!

00:10:25: Wir sehen auf Social Media Lux Maxing, Clean Girls Static all diese ganzen Sachen die uns so Lifestyles vorgauklären, die wir nie achieven können oder für uns nicht achievable sind.

00:10:37: aber wir streben dem irgendwie trotzdem nach weil es uns die ganze Zeit eingeredet wird und vereinsam darin, weil wir nicht checken dass wir kollektiv dieses Ideal, das uns der ganze Zeit gezeigt wird, niemals leben können.

00:10:52: Ich habe auch oft so das Gefühl, in unsere Generationen der Gensi irgendwie keine Ahnung.

00:10:57: Man kann eigentlich eher nicht soweit in die Zukunft vorausplanen oder sich großartig Gedanken machen.

00:11:02: Weiß ich nicht wie sicher ich meine Pension hab?

00:11:05: Oder was ist ich ja?

00:11:06: Weil man uns eh denken morgen könnte theoretisch schon aus sein für uns.

00:11:11: Die Einstellung habe ich manchmal, dass ich mal denke warum soll ich mir Gedanken machen?

00:11:15: wir wissen ja es gibt so viel Krisen und wir wissen gar nicht was passiert.

00:11:19: Denkst du... prägt uns das irgendwie auch zu dieser Unsicherheit?

00:11:22: Ja, ich glaube es ist einfach viel schwieriger sich etwas aufzubauen.

00:11:30: Und auch in die Zukunft zu planen.

00:11:31: also wenn wir jetzt dran denken Familienplanung alt werden solche Sachen Sachen die in der Zukunft liegen wo manche von unserer Generation schon anfangen darüber nachzudenken.

00:11:44: Es ist einfach ganz schwierig wenn man schon damit struggles selbst die eigene Existenz irgendwie zu erhalten und dann auf etwas hinzuarbeiten, dass anderen Leuten ihre Existenze gewährleisten soll.

00:11:59: Also der Familie den Generationen danach?

00:12:04: Und das ist natürlich auch sehr demotivierend.

00:12:10: Lass uns vielleicht eh gleich zum nächsten Thema kommen.

00:12:12: es passt eigentlich perfekt so allgemein was für finanzielle Themen beschäftigt unsere Generation jetzt gerade?

00:12:19: ich habe wieder recherchiert.

00:12:22: Ich habe eine Studie gefunden von Kleiner, von diesem Bezahldienst.

00:12:25: Die haben herausgefunden vor zwei Jahren dass einundseipzig Prozent der Gensi bei offenen Rechnungen massiven Stress und psychische Belastung empfinden.

00:12:35: Und das ist der höchste Wert über alle Generationen hinweg.

00:12:38: Glaubst du trifft unsere Generation noch mal Ärger als die Forans vielleicht?

00:12:46: Als die vor uns, ich glaube jetzt nicht unbedingt die Millennials aber vielleicht die Generation davor.

00:12:53: Weil sie noch irgendwie die Kapazitäten hatten sich... weil dieser kapitalistische Traum von du arbeitest dich hoch, du arbetest dreißig Jahre in einer Firma kannst du irgendwann eine Wohnung leisten der Eigentumswohnung noch realer und greifbarer war.

00:13:11: Und man noch eher etwas im Kopf hatte auf das man sich ... verlassen konnte und so quasi sich eher ein Auffangnetz aufbauen konnte.

00:13:21: Und ich glaube, wenn du dir jeden Monat denkst wie komme ich über die Runden?

00:13:26: Du weißt du hast nix angespart gar kein Kapital auf das du dich im Cypher's File verlassen könntest?

00:13:33: dann kann es natürlich sein dass du viel gestresster bist... ...aufgrund von offenen Rechnungen, aufgrund von Schulden.

00:13:42: Ich habe mich auf der Straße ein bisschen umgehört.

00:13:44: Ich hab Gensila gefragt, welche finanziellen Themen beschäftigen euch zur Zeit oder wenn ihr an die Zukunft denkt?

00:13:51: und ich würde dir das gerne zeigen.

00:13:54: Gibt es irgendwie finanzielle Themen, die dich als junger Mensch beschäftigen auch wenn du an die zukunft denkst?

00:13:59: Die dich irgendwie belasten oder wo du die Gedanken drüber machst?

00:14:02: Ja da fällt mir natürlich jetzt erstes die Rente ein.

00:14:04: sich selbst Vermögen aufzubauen ist das, was mich am meisten beschäftigt.

00:14:09: Ich bin freie Journalistin und ich bin komplett selbstständig.

00:14:12: gerade da ist es wirklich nicht so einfach generell in der Branche schwierig.

00:14:15: also langfristig in die Zukunft planen ist grad nicht möglich.

00:14:19: das

00:14:19: belastet mich schon ein bisschen ja und ich fände auch wichtig dass es Lohntransparenz gibt und alles dass man da Vergleichs Möglichkeiten hat sollte kein Tabu sein.

00:14:31: Was denkst du dir wenn Du die Antworten von diesen jungen Menschen hörst?

00:14:35: Also wenn ich mir auch die derzeitige Situation von unserem Pensionistinnen anschaue, mein Papa ist ja Selbstpensionist geworden.

00:14:42: Dann geht sich das teilweise nicht... also es geht sich nicht teilweise aus.

00:14:46: Es geht sich einfach gar nicht aus und ich will mir gar nicht vorstellen wie's dann in ... ... zwanzig dreißig vierzig fünfzig Jahren sein wird, wenn wir selbst da sind.

00:14:54: Ich finde es beeindruckend dass sie überhaupt schon so weit denken.

00:14:58: Bei meinen Freundinnen oder bei mir im bekannten Kreis habe ich eher das Gefühl diese Existenzfragen sehr nah sind und noch sehr nah in der Zukunft.

00:15:09: Also bevor sie überhaupt an die Pension denken, müssen Sie daran denken, wie bezahle ich eigentlich meine Miete nächsten Monats oder in zwei Monaten?

00:15:17: Aber das Pensionsthema ist natürlich auch sehr real und scary wenn wir uns anschauen, unsere Pensionistinnen wie Absolun damals schon gesagt hat in einem seiner Songs Fundsammeln.

00:15:29: Also wenn ich mir so anschaue, wer auf den Straßen in Wien Fundsummelt dann sind das zum Großteil alte Leute und darin sehe ich auch vielleicht irgendwann mal Freundinnen von mir, Bekannte von mir und es macht mir ehrlicherweise Angst weil man muss sich irgendwie ein finanzielles Netz jetzt schon aufbauen habe ich das Gefühl um in der Pension nicht zu verarmen und weiß gar nicht bis wie lang wir als Generation arbeiten müssen damit wir quasi überleben können.

00:16:00: Also Friedrich Merz sagt schon in Deutschland, in Österreich gibt es auch schon solche Anstrewungen das Pensionseiter hochzusetzen und ich habe das Gefühl, er schaut ein bisschen trist aus.

00:16:13: also ich verstehe die Angst dahinter.

00:16:16: ja

00:16:17: was würdest du sagen ist so der größte Stein der uns einfach gerade jetzt in den Weg gelegt wird

00:16:24: sehr viele Sachen.

00:16:25: Ich würde mal sagen, die Armutschere hat den Arsch richtig weit offen und es ist beängstigend.

00:16:33: Es ist scary, es ist gruselig wie viel superreiche Leute Einfluss auf die Weltpolitik haben Wie viel ärmer die Menschen werden?

00:16:43: Wie viel reicher die Superreichen werden Die Krisen, die da durch entstehen.

00:16:50: Durch Late-Stage-Kapitalism und globale Erwärmung.

00:16:55: Es ist alles miteinander verbunden.

00:16:59: Ich glaube viele unserer heutigen Krisen sind damit verbunden, dass wir uns in einer sehr ungleichen Welt befinden gerade.

00:17:13: Ich glaube, es hat mein Besser ausgeschaut.

00:17:15: Es könnte auch wieder besser ausschauen aber ich denke wir müssten einfach ein bisschen wütender werden.

00:17:21: kollektiv

00:17:23: Hast du das Gefühl dass wir nicht ernst genug genommen werden?

00:17:25: Gen Z mit dir zu sagen?

00:17:28: Ich glaube die Personengruppe, die es betrifft und diese ganzen Sagen jetzt nicht nur die Gen Z ist riesig Und ich glaube, es wird sehr hart dran gearbeitet von den Leuten der kleineren Persongruppe.

00:17:45: Die ist vielleicht nicht betrifft das alles zu delegitimieren und ins Lächerliche zu ziehen.

00:17:52: also wenn wir uns anschauen jetzt eine Greta Thunberg die seit acht Jahren, seitdem sie Schülerin ist irgendwie sich für den Klimawandel einsetzt was für Hasskampagnen gegen diese Frau aufgesetzt wurden.

00:18:08: Also es steckt sehr viel Geld und es stecken sehr viele Ressourcen dahinter, unsere Sorgen zu delegitimisieren.

00:18:18: Und ins Lächerliche zu setzen also ins lächerlich zu ziehen.

00:18:22: aber ich glaube wir müssen einfach weiter wütend bleiben und weiter uns engagieren für eine gute Zukunft.

00:18:29: Ja

00:18:30: genau.

00:18:30: Vielen Dank für deine Worte!

00:18:33: Vielleicht wieder ein persönliches Thema?

00:18:36: Gibt es irgend'n Geldthema, das dich einfach massiv triggert?

00:18:41: Ich möchte meinen vorweg nehmen.

00:18:43: Bei mir sind's Versicherungen.

00:18:46: Also manche meiner Briefe gehen noch an die Adresse von meiner Mama.

00:18:49: Ich war letztens bei ihr zu Hause und sie war so ja da ist ein Brief für dich!

00:18:53: Und ich habe schon gedacht... und sehe halt schon so das Logo der Pensionsversicherung.

00:19:00: Mich konnte diesen Brief nicht öffnen Weil ich will mich gar nicht damit auseinandersetzen.

00:19:06: Es triggert mich einfach.

00:19:07: Pensionen, Versicherungen eben weil ich mal denke warum überhaupt so?

00:19:10: und bringt sich sowas?

00:19:11: und werde ich überhaupt jemals in Pension gehen?

00:19:13: keine Ahnung.

00:19:15: Gibt es denn ein Thema für die persönlich?

00:19:19: Triggert mich gefühlt alles am Thema Geld.

00:19:21: Ich sag dir ehrlich, also jede Form von Rechnung die ich monatlich bekomme.

00:19:27: dann größere Themen wie Erbschaft triggern mich auch extrem dass es keine Erbshaftsteuer gibt.

00:19:34: und Ja, eigentlich alle Sachen die wir vorher aufgezählt haben sind extrem triggering für mich.

00:19:41: Also ich kann da gar nicht.

00:19:42: es triggert mich das Matschalatte acht Euro kostet ist triggert mich dass wir uns keine Wohnungen leisten können und deswegen so kleine Luxusgüter wie Eis-Matchalatte um acht EUR neunzig im ersten Bezirk kaufen müssen oder sich müssten aber halt machen.

00:19:54: Westeel Eine Night Out zum Beispiel, eine Club-Night.

00:20:00: Wir sind Anfang zwanzig Mitte zwanziger.

00:20:03: Man gleich mal fünfzig bis hundert Euro hinblättern muss, obwohl das wie was für ein hoher Prozentteil von deinem Einkommen ist schon relativ hoch, gell?

00:20:15: Also dass sich auch diese kleinen Sachen im Leben die das Leben lebenswert machen ... Schon Mitte des Monats teilweise nicht mehr ausgehen.

00:20:25: Das triggert mich auch sehr.

00:20:27: Die Kugel-Eis, die auch gefühlt jedes Jahr teurer wird.

00:20:30: Veganistereis das über drei Euro kostet.

00:20:35: Christian Stocker was machst du?

00:20:39: Ja es ist extrem wichtig aber auch gleichzeitig schwer.

00:20:43: ich möchte es aber nicht zustehen lassen.

00:20:44: Ich will dass wir am Ende irgendwie so einen positiven Spin noch haben So gut's halt geht.

00:20:51: Ich wollte fragen, kennst du vielleicht Konsumfreihorte in Wien wo man hingehen kann als Freundesgruppe oder auch allein wenn es einfach gerade nicht reicht für mehr?

00:21:01: Jugendliche können ja immer in Jugendzentren chillen.

00:21:04: Das haben ein paar Freunde von mir früher gemacht.

00:21:07: Sonst im Sommer ist der Burggarten schön, die Dona-Stadtbrücke kann man konsumfrei entweder bis sie Baden gehen oder Picnic machen.

00:21:16: Ich liebe es in Gärten rumzuhängen.

00:21:18: Genau solche Sachen.

00:21:20: Im Winter wird's dann immer ein bisschen schwieriger besonders wenn man keine eigene Wohnung hat.

00:21:24: aber im Sommer haben wir Gott sei Dank in Wien sehr viele freie Flächen und Gärtnen den man abhängen kann.

00:21:31: genau

00:21:32: Mir ist noch ein Gefallen die Factory.

00:21:34: Das kann auch hingehen und es ist voll schön, wenn du nimmst dein Buch irgendwie setz dich hin schmeckerst bisschen aber du musst einfach nichts kaufen oder konsumieren.

00:21:40: Du kannst doch einfach wieder aufstehen und gehen.

00:21:42: Genau

00:21:42: der

00:21:43: Bibliotheken.

00:21:46: Was ist dein Lieblingsgratis Hobby?

00:21:48: Ich mag's gern zu schreiben ich mags gerne zu lesen solche Sachen also das sind Sachen die man nicht so gut umkollektiv machen kann.

00:21:56: vielleicht sonst Buchklub.

00:22:01: Banger braucht dann auch, obwohl die Bücher muss man oft kaufen.

00:22:05: Das ist auch... Aber kann man sich vielleicht auch ausleihen?

00:22:07: Einfach in der Bibliothek, Buchclubs sind sehr schöne Sachen, die man gemeinsam machen kann mit Freunden und ein schönes Hobby.

00:22:14: Solche Sachen genau.

00:22:16: Ich habe mir auch überlegt was für dich auf diese Frage antworten.

00:22:19: Dann habe ich mal so gedacht Laufen gehen.

00:22:21: aber dann dachte ich mir wieder so, geh laufen ohne gute Laufschuhe oder machst du dir die Füße kaputt um gute Lauschuhe.

00:22:28: das sind immer wieder bei Zwei Hundert Euro, also es ist und dann ist mir eingefallen Picknicken vielleicht das finde ich.

00:22:33: Picknücken ist auch cute aber für's Picknick musst du auch Sachen kaufen.

00:22:36: Ja stimmt ja.

00:22:38: Ja deswegen ist das schwierig.

00:22:39: Also Buchklub ist das einzige das mir anfällt

00:22:41: so

00:22:42: was der?

00:22:43: Aber das

00:22:44: ist auf jeden Fall ein guter Vorschlag.

00:22:47: Wir kommen damit eigentlich schon zum Ende.

00:22:49: wir haben hier... Du siehst wenn du dich umschaust.

00:22:52: wir sind hier bisschen analog unterwegs.

00:22:55: Wir wünschen uns die guten alten Zeiten zurück wo man in Wohnzimmer zusammengekommen ist, einfach nur chillen kann.

00:23:01: So wie es hier halt auch ein bisschen den Wipe hat.

00:23:04: Und was früher halt auch gab sind Freundebücher und du kannst jetzt nachher ausführen.

00:23:11: ich willst dir jetzt aber einfach ... Ich sag dir einfach die Fragen und du antwortest... Okay!

00:23:18: Ich muss bei solchen Sachen immer lang überlegen.

00:23:20: Ich hoffe ich kann das so vom Stehkreis.

00:23:23: Du kannst jetzt Zeit nehmen.

00:23:24: Okay.

00:23:25: Vor- und Nachname?

00:23:27: Omo Schgöln.

00:23:29: Das war schnell.

00:23:31: Ja, ich hoffe ...

00:23:33: Dein Geburtstag?

00:23:34: Ähm,

00:23:35: erster, sechster, zwei-tausendvier

00:23:37: Sternzeichen

00:23:39: Rater

00:23:41: Zwillinge?

00:23:41: Ja!

00:23:43: Ach so ja, ich hab mein Geburtsdatum vergisst.

00:23:47: War jetzt nicht so schwer.

00:23:48: Es passt zu dir das finde ich gut.

00:23:51: Bist du da drin in der

00:23:52: Sterne?

00:23:53: Ein bisschen, wenn ich so meine Psycoric Phasen habe dann ein bisschen... Ja,

00:23:57: okay.

00:23:57: Sehr gut!

00:23:59: Also Lieblings-Hobby muss jetzt nicht gratis sein?

00:24:02: Ah, muss es jetzt nicht Gratis sein mit einem Törtchen und einem Kaffee tratschen.

00:24:09: Ach, geil!

00:24:10: Ja, liebe das... Man muss ein bisschen so Granny-Maxen manchmal, Grandma Maxen und das machen.

00:24:16: Sollten wir jemals wieder hier zusammenkommen kannst du gerne ein Stück Torte mit?

00:24:21: Lieblungsessen

00:24:24: Ich sag mal ganz basic, Manzer mit Soja.

00:24:28: Mit Sojafleisch.

00:24:31: Das sind die türkische Teigtaschen.

00:24:34: In der Türkei schon.

00:24:36: Die türkischen Diaspora.

00:24:39: Als Kind wollte ich Punktpunktpunkt werden?

00:24:42: Als kind wollte ich Autorin werden.

00:24:45: Kann man ja noch.

00:24:47: Ja,

00:24:48: inschallah!

00:24:50: Diese Frage sollte man mir öfter stellen.

00:24:54: Wie geht's dir?

00:24:57: Spaß, Warte.

00:24:58: Das

00:24:58: hat eine richtige Chance.

00:25:00: Nein!

00:25:00: Was ich mir was anderes sagen.

00:25:04: Wer ist deine Lieblings-Winks-Figur?

00:25:06: Okay... Ich fühle mich am wenigsten einsam wenn oder mit.

00:25:12: Ich fühl mich am Wenigsten einsamen, wenn ich mit meinen Freundinnen in einer großen Gruppe rede und wir bis sie zusammenkommen vielleicht mit einem Gläschen Wein aufs Süß.

00:25:24: Und dann, das sind so ... Wenn man diese Nächte hat.

00:25:27: Wo man danach so ein Bett liegt und man denkt sich so.

00:25:30: Life is so good!

00:25:31: Sometimes you just gotta touch your friends in some grass, y'know?

00:25:35: Voll schön.

00:25:36: Ich hoffe du gehst heute so ins Bett zufrieden.

00:25:38: Hoffentlich.

00:25:40: Umuscht.

00:25:41: Danke dass du da warst.

00:25:42: Danke dass Du mit mir diese Folge aufgezeichnet hast.

00:25:45: Du hast ganz viele wichtige Themen angesprochen.

00:25:47: Also danke

00:25:48: dass ich hier sein durfte.

00:25:51: Und bei euch bedanken wir uns heute wieder fürs Zuhören.

00:25:54: Es war eine sehr aufschlussreiche Folge, wir haben über finanzielle Einsamkeit in der GenC gesprochen.

00:25:59: Ich denke das wichtigste Learning von heute ist dass wir nicht das Problem sind.

00:26:04: es gibt systematische Herausforderungen die uns in dem Weg gelegt werden.

00:26:08: darüber reden hilft und ich hoffe dass wir heute einen guten Anfang machen konnten.

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